Animalhording Fall
25 Katzen aus einem Animal-Hoarding-Fall – ihre Geschichte von der Rettung bis heute
Ein Fall, der uns von Anfang an tief bewegt hat
Vor einigen Tagen erreichte uns ein Animal-Hoarding-Fall in Thessaloniki, der uns für eine sehr lange Zeit noch beschäftigen wird.
Eine etwa 70-jährige Frau lebte mit einer großen Anzahl von Tieren in einer Wohnung, die sich über lange Zeit immer weiter verschlechtert hatte. Die Frau war schwer krank, litt unter einer schweren Depression und befand sich aufgrund eines unheilbaren Lungenkrebses im Endstadium im Krankenhaus. Schließlich fiel sie ins Koma und konnte kaum beziehungsweise nicht mehr reagieren.
Gleichzeitig gab es niemanden, der sich zuverlässig um die Tiere kümmern konnte.
Ursprünglich wurde uns von 22 Katzen und einem Hund berichtet.
Schon zu diesem Zeitpunkt war klar: Diese Tiere mussten dringend aus der Wohnung heraus.
Eine Wohnung, die kaum noch bewohnbar war
Was unsere Helfer vor Ort vorfanden, war kaum in Worte zu fassen.
Die Wohnung war extrem verwahrlost. Überall befanden sich Urin und Fäkalien. Der Gestank war so stark, dass er bereits außerhalb der Wohnung wahrnehmbar war. Einen wirklich sauberen Platz gab es praktisch nicht.
Doch die Situation wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass die Wohnung zunächst nicht einfach vollständig ausgeräumt und gereinigt werden konnte.
Der Sohn der Halterin untersagte unseren Helfern zunächst, Gegenstände anzufassen oder Müll zu entsorgen, weil sich angeblich wertvolle Dinge in der Wohnung befinden würden.
Das bedeutete: Unsere Helfer mussten nicht nur versuchen, die Tiere zu versorgen und aus der Wohnung zu holen, sondern gleichzeitig mit einer Situation umgehen, in der die dringend notwendige Reinigung nur eingeschränkt möglich war.
Trotzdem wurde begonnen, die Situation Stück für Stück unter Kontrolle zu bringen.
Die Vermieterin erklärte sich bereit, die Tiere noch für drei Monate in der Wohnung beziehungsweise im Zusammenhang mit der Unterbringung dort zu belassen, wenn die Miete übernommen wird. Dafür fallen 420 Euro pro Monat, also insgesamt 1.260 Euro, an. Aber: der Sohn will das nicht!!!
Parallel dazu begann die aufwendige Reinigung und Entsorgung.
Die Rettung der Katzen
Unser Ziel war von Anfang an klar: Jede einzelne Katze sollte die Wohnung verlassen und in Sicherheit gebracht werden.
Über ein Wochenende und anschließend auch während der Woche arbeiteten unsere Helfer daran, die Katzen einzufangen, aus der Wohnung zu holen und medizinisch zu versorgen.
Es war keine einfache Rettungsaktion.
Viele der Tiere hatten jahrelang unter diesen Bedingungen gelebt. Einige waren ängstlich, andere sehr anhänglich. Einige waren bereits alt und hatten besondere Bedürfnisse.
Und dann kam die nächste Überraschung:
Aus den ursprünglich gemeldeten 22 Katzen wurden nach dem vollständigen Durchzählen 25 Katzen.
Damit mussten nicht 22, sondern insgesamt 25 Katzen versorgt und untergebracht werden.
25 Katzen in Sicherheit – aber damit begann die eigentliche Arbeit erst
Nach der Rettung wurden die 25 Katzen zunächst in einem ehemaligen Quarantänezimmer untergebracht.
Dieses Zimmer wurde vorher gründlich gereinigt und desinfiziert, damit die Tiere einen möglichst sicheren und hygienischen Platz bekommen konnten.
Doch 25 Katzen bedeuten auch enorme tägliche Arbeit.
Futter, Wasser, Medikamente, Reinigung, Toiletten, Beobachtung und tierärztliche Versorgung müssen jeden Tag gewährleistet werden.
Eine unserer Helferinnen arbeitet bereits Vollzeit und versorgt zusätzlich mehr als 70 weitere Katzen. Die zusätzliche Belastung durch diesen Fall ist deshalb enorm.
Für die tägliche Reinigung musste außerdem eine bezahlte, tierliebe Reinigungskraft organisiert werden. Denn bei dieser Anzahl an Katzen und der Vorgeschichte des Falls reicht es nicht, gelegentlich sauber zu machen. Die Räumlichkeiten müssen täglich gereinigt werden.
Die ersten tierärztlichen Untersuchungen
Schon früh wurden die ersten Katzen tierärztlich untersucht.
Bei den ersten acht Tieren wurden unter anderem Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt.
Grundsätzlich hatten die Tiere bereits einen Impfgrundschutz, allerdings waren Auffrischungen notwendig.
Außerdem wurden verschiedene gesundheitliche Probleme festgestellt.
Dazu gehören unter anderem:
- Katzenschnupfen
- Augenprobleme
- Ohrmilben
- notwendige Entwurmungen und Entflohungen
- Zahnprobleme, bei denen teilweise Zähne entfernt werden mussten
- Nieren- und Leberprobleme bei einzelnen Tieren
- notwendiges Spezialfutter
- bei einzelnen Katzen schwere Augenprobleme, bei denen möglicherweise sogar eine Augenentfernung notwendig wird
- bei einem Kater ein Nasenpolyp, der operativ behandelt werden muss
Einige der Katzen sind außerdem dreibeinig.
Trotz all dieser Probleme waren die Tiere bei ihrer Ankunft insgesamt gut ernährt.
Das ist ein wichtiger Punkt: Dieser Fall ist nicht einfach die Geschichte von ausgehungerten Tieren. Alle Katzen wurden offenbar gefüttert. Das Problem war vielmehr die völlig aus dem Ruder gelaufene Haltung unter hygienisch katastrophalen Bedingungen und die Tatsache, dass die Halterin irgendwann nicht mehr in der Lage war, die Situation zu bewältigen.
Alte Katzen, kranke Katzen und Katzen, die ihr ganzes Leben dort verbracht haben
Die geretteten Tiere sind ganz unterschiedlich alt.
Sie sind zwischen ungefähr einem und 17 Jahren alt.
Damit befinden sich unter ihnen auch Senioren, die ganz besondere Bedürfnisse haben.
Einige der älteren Katzen sind blind, teilweise dement oder bereits zahnlos. Trotzdem sind viele von ihnen unglaublich lieb und menschenbezogen.
Eine der ältesten Katzen – sie ist 17 Jahre alt – soll in Griechenland bleiben. Für sie wäre ein weiterer großer Ortswechsel nicht die beste Lösung.
Bei den bisher getesteten Tieren waren FIV und FeLV negativ.
Das ist eine große Erleichterung, bedeutet aber nicht, dass die medizinische Versorgung damit abgeschlossen ist. Viele Untersuchungen, Behandlungen, Impfungen und teilweise Operationen stehen weiterhin an.
Jetzt brauchen sie mehr als nur einen sicheren Platz
Die Rettung aus der Wohnung war nur der erste Schritt.
Jetzt müssen diese 25 Katzen versorgt, behandelt, beobachtet und – soweit möglich – in geeignete Pflege- oder Endstellen vermittelt werden.
Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass bei unserer Helferin bereits mehr als 70 weitere Katzen leben beziehungsweise von ihr versorgt werden.
Das bedeutet, dass dieser Fall nicht isoliert betrachtet werden kann. Jede zusätzliche Katze verursacht laufende Kosten für Futter, Streu, Tierarzt, Medikamente, Impfungen und Unterbringung.
Für diesen Fall wurde deshalb ein Spendenziel von 5.000 Euro gesetzt.
Ein Teil der bisherigen Spenden wurde bereits für die medizinische Versorgung und die Unterbringung verwendet. Allein für Futter wurden rund 800 Euro benötigt, unter anderem für geeignetes Spezialfutter und Royal-Canin-Mousse.
Außerdem mussten beziehungsweise müssen Katzenklos, Bettchen, Spielzeug, Transportboxen und Näpfe angeschafft werden.
Und die laufenden Kosten hören damit nicht auf.
Auch die Wohnung muss weiter versorgt werden
Parallel zur Versorgung der geretteten Katzen musste die ursprüngliche Wohnung weiter bearbeitet werden.
Denn auch dort ist noch viel Arbeit notwendig.
Müll muss entfernt, die Wohnung gereinigt und die Hinterlassenschaften der Tiere beseitigt werden. Gleichzeitig muss die Situation so organisiert werden, dass die noch notwendigen Schritte sicher durchgeführt werden können.
Für unsere Helfer bedeutet dieser Fall deshalb mehrere Baustellen gleichzeitig:
25 gerettete Katzen versorgen.
Kranke Tiere behandeln lassen.
Neue Pflege- und Endstellen finden.
Die tägliche Reinigung organisieren.
Futter und Ausstattung finanzieren.
Die ursprüngliche Wohnung weiter aufarbeiten.
Und gleichzeitig die bereits vorhandenen über 70 Katzen weiter versorgen.
Ein sicherer Raum für die Zukunft
Langfristig soll für die Katzen ein sicherer und geeigneter Raum geschaffen werden, in dem sie untergebracht und versorgt werden können.
Das Ziel ist, die Tiere nicht einfach irgendwo unterzubringen, sondern ihnen einen sauberen, sicheren und kontrollierten Ort zu geben, an dem sie sich erholen können.
Dafür braucht es jedoch ebenfalls finanzielle Unterstützung und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Und wie geht es den Katzen heute?
Heute sind die 25 Katzen zumindest aus der schlimmsten Situation heraus.
Sie sind nicht mehr in dieser völlig verwahrlosten Wohnung eingesperrt.
Sie bekommen Futter, Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Sie werden beobachtet und nach und nach tierärztlich behandelt.
Aber ihre Geschichte ist noch lange nicht zu Ende.
Einige benötigen weitere Untersuchungen. Bei manchen stehen Behandlungen oder Operationen an. Andere brauchen Zeit, um Vertrauen zu fassen. Und für viele suchen wir weiterhin die passenden Menschen, die ihnen endlich ein richtiges Zuhause geben können.
Denn diese Katzen haben nichts dafür gekonnt, unter welchen Bedingungen sie aufgewachsen beziehungsweise gelebt haben.
Von 22 gemeldeten Katzen zu 25 geretteten Leben
Was als Hilferuf für 22 Katzen begann, endete damit, dass wir 25 Katzen aus dieser Wohnung holen konnten.
25 einzelne Leben.
25 Charaktere.
25 Geschichten.
Einige jung, andere sehr alt. Einige ängstlich, andere unglaublich verschmust. Einige krank, einige mit Behinderungen, einige mit besonderen medizinischen Bedürfnissen.
Und trotzdem haben sie alle eines gemeinsam:
Sie haben eine zweite Chance verdient.
Wir haben sie aus der Wohnung geholt. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass sie diese Chance auch wirklich bekommen.
Wir brauchen euch
Dieser Fall ist noch nicht abgeschlossen.
Wir brauchen weiterhin finanzielle Unterstützung für Tierarztkosten, Medikamente, Futter, Streu, Reinigung und Unterbringung.
Wir brauchen Menschen, die adoptieren oder eine Pflegekatze aufnehmen können.
Und wir brauchen vor allem Reichweite.
Bitte helft uns, diese Geschichte zu teilen.
Vielleicht kennt jemand genau den Menschen, der einer dieser Katzen ein Zuhause geben kann.
Vielleicht kann jemand mit einer Spende die nächste Tierarztrechnung ermöglichen.
Vielleicht kann jemand Futter oder benötigte Ausstattung beitragen.
Und vielleicht sorgt ein einziges Teilen dafür, dass diese Katzen von den richtigen Menschen gesehen werden.
Wir können ihnen die Vergangenheit nicht zurückgeben.
Aber wir können ihnen eine Zukunft ermöglichen.
25 Katzen wurden gerettet. Jetzt beginnt der nächste Teil ihrer Geschichte.
Danke an jeden einzelnen Menschen, der diesen Fall unterstützt, teilt, spendet, hilft oder einer dieser Katzen ein Zuhause schenkt.